Was sind Euroboxen / Euronormboxen?
Der Begriff „Euronormboxen“, die auch unter der Bezeichnung „Euroboxen“ bekannt sind, erweckte den Eindruck, als würde es für diese Stapelboxen eine europäische Norm geben. Manche behaupten dies zwar, aber es scheint auch nach gründlicher Recherche keine Norm für „Euronormboxen“ zu geben.
Euroboxen oder Euronormboxen sind stabile stapelbare Kunststoffbehälter. Sie sind auch als Stapelkisten oder Stapelbehälter bekannt. Ihr Hauptmerkmal ist, dass die verschiedenen Größen einem Raster folgen, das die Europalette als Grundmaß hat. Damit kein Platz auf der Palette ungenutzt bleibt, sind die Euroboxen entweder eine halbe Palette groß, oder eine viertel, achtel, sechzehntel Palette. Selbstverständlich lassen sich Euroboxen auch untereinander stapeln, also zum Beispiel zwei kleinere Boxen auf die nächstgrößere.
Auch, wenn es keine Norm für Euroboxen gibt, so ist es doch ein Größenstandard, der sich bei allen Herstellern dieser Boxen durchgesetzt hat und an den sich alle halten. Dadurch sind die Euroboxen von verschiedenen Herstellern untereinander kompatibel. Dies ist ein großer Vorteil sowohl in der Logistik wie auch für den privaten Nutzer, wenn er einmal eine Box nachkaufen möchte.
Euro-Tauschpaletten
Der Vollständigkeit halber sei hier noch darüber informiert, dass es für die Europalette selbst sehr wohl eine Euronorm EN 13698-1 gibt. Darin sind Kriterien wie die Größe von 1200 x 800 mm, auch die Kennzeichnung mit EPAL, die Tragfähigkeit oder die Behandlung gegen Ungeziefer usw. festgelegt.
KLT-Behälter - Kleinladungsträger
Eine Norm für KLT-Behälter gibt es zum Beispiel als VDA-Norm 4500 (EN 13 199) für Kleinladungsträger. Diese Behälter folgen zwar weitgehend dem Größenraster von Euroboxen, sind aber ansonsten auf die Anforderungen der Automobilindustrie zugeschnitten.
Welche Merkmale und Vorteile haben Euroboxen?
Welche gängigen Größen gibt es?
Wie schon erwähnt, haben die Boxengrößen die Europalette als
Grundmaß. Euroboxen sind immer ein Teil dieses Grundmaßes:
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1200 x 800 mm |
1x |
Euro-Palette |
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800 x 600 mm |
2x |
Euroboxen pro Euro-Palette |
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600 x 400 mm |
4 x |
Euroboxen pro Euro-Palette |
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400 x 300 mm |
8 x |
Euroboxen pro Euro-Palette |
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300 x 200 mm |
16 x |
Euroboxen pro Euro-Palette |
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200 x 150 mm |
32 x |
Euroboxen pro Euro-Palette |
Dadurch lassen sich Euroboxen untereinander stapeln – und
zwar mit oder ohne Deckel.
Welche Ausführungen gibt es für Euroboxen?
Farben
Euroboxen gibt es in verschiedensten Farben. Im gewerblichen Bereich sind graue Boxen am weitesten verbreitet. Dort wo Sachgebiete auseinander gehalten werden sollen, werden auch farbige Boxen verwendet. Es werden meist Grundfarben nach dem RAL-Farbsystem verwendet, also blau, rot, gelb, grün.
Für das Lager, die Werkstatt oder Privatanwendungen sind auch transparente Boxen von Vorteil, weil die Durchsichtigkeit für mehr Überblick sorgt. Wahr ist jedoch auch, dass blickdichte Euroboxen etwas bruchfester und stabiler sind als transparente Boxen.
Traglasten und Stapellasten
Grundsätzlich sind alle Euroboxen stabile stapelbare Behälter. Trotzdem gibt es Unterschiede. Die Stapellast drückt aus, welches Gewicht maximal auf eine Box gestapelt werden kann. Gängige Stapellasten bei Euroboxen sind 200 kg. Allerdings sind die Herstellerangaben zu beachten, wenn man sich in diesem Grenzbereich bewegt. Die Traglast drückt aus, welches Gewicht in eine Eurobox geladen werden kann, ohne dass diese durchbricht oder sich beim Transport gefährlich verformt. Traglasten liegen meist deutlich unter den Stapellasten. Auch, wenn hierfür ebenfalls Herstellerangaben zu beachten sind, so kann man als Faustregel nehmen, dass man das halbe Volumen als Traglast annehmen kann. Beispiel: Eine Box mit einem Füllvolumen von 66 Litern kann danach eine Last von circa 33 Kilo sicher tragen.
Euroboxen unterscheiden sich auch hinsichtlich Wandstärke und Kunststoffart. Davon wird die Traglast mitbestimmt. Allerdings hat auch die Temperatur am Einsatzort einen großen Einfluss, denn die verwendeten Kunststoffe sind Thermoplaste, die bei hohen Temperaturen elastischer und weicher werden und bei tiefen Temperaturen steifer.
Bodenarten von Euroboxen
Ein wichtiger Faktor für die Traglast ist konstruktiver Art: die Art der Böden. Die einfachste und günstigste Ausführung sind Euroboxen mit glatten Böden. Diese gibt es manchmal auch mit einigen Abflusslöchern. Gängig für schwerere Lasten sind gerippte Böden, die durch wabenartige Streben verstärkt sind. Solche verstärkten Boxen sind für AKL Lagersysteme und Shuttle-Systeme Standard.
Kunststoffarten und Temperaturbereiche
Weit verbreitete Kunststoffarten für Euroboxen sind Polypropylen (PP) und Polyethylen (PE). Dies liegt an deren breitgefächerten Einsatzmöglichkeiten. Beide Kunststoffe unterscheiden sich leicht in ihrer Temperatureignung und in ihren chemischen Resistenzen.
PP ist für einen breiten Temperaturbereich geeignet. Die Erweichungstemperatur beginnt erst bei etwa 130°C. Die meisten Hersteller geben als Minimaltemperatur -20°C und als Maximaltemperatur 100°C an. Dabei kommt es selbstverständlich darauf an, welchen mechanischen Belastungen die Boxen in diesen Grenzbereichen ausgesetzt sind. Bei Raumtemperatur weisen Boxen aus PP eine hohe Zähigkeit und Schlagfestigkeit auf.
Gegenüber Chemikalien besitzt PP eine hohe Beständigkeit. Der unpolare Charakter macht PP gegen eine Reihe von polaren Flüssigkeiten wie Alkohol, organischen Säuren, Estern und Ketonen resistent. PP ist ebenso resistent gegen wässerige Lösungen anorganischer Salze, wie auch gegen nahezu alle anorganischen Säuren und Laugen.
Aufgrund dieser Eigenschaften können Euroboxen aus Polypropylen problemlos mit Heißwasser, Dampf und mit chemischen Reinigungsmitteln gereinigt werden.
Im Gegensatz dazu hat PE seine Stärken in etwas tieferen Temperaturbereichen, denn es bleibt auch im Kühlen schlagfester als PP. Es gilt als frostsicher bis -40°C und ist beständig gegen Heißwasser. Kunststoffboxen aus HDPE werden deshalb gerne im Lebensmittelbereich in Kühlhäusern und bei Kühltransporten verwendet. Eine typische Verwendung sind Fischkästen oder Fleischkästen, sowie Kunststoffpaletten.
Die Beständigkeit gegenüber Chemikalien nimmt mit steigender Dichte zu. Polyethylen (PE) mit hoher Dichte wird meist mit HDPE oder auch PE-HD gekennzeichnet. HD steht für „High Density“.
PE-HD ist beständig gegen Mineralsäuren, Laugen, anorganische Salzlösungen, aliphatische Kohlenwasserstoffe, Alkohole, Ester, Ketone, Mineralöle, Amine, organische Säuren, Fette und Öle. Nicht beständig ist PE-HD gegen oxidierende Säuren, aromatische Kohlenwasserstoffe sowie Kraftstoffe.
Eine Übersicht zu chemischen Beständigkeiten von PP und HDPE findet man zum Beispiel ► HIER
Weitere Ausführungsvarianten
Die gängigsten Ausführungen von Euroboxen haben glatte Innenwände. Unterschieden wird lediglich ob Tragegriffe vorhanden sind bzw. ob die Grifflöcher geschlossen sind. Zusätzlich zu den Grifflöchern an den Stirnseiten gibt es optional auch Griffe an den langen Seiten.
Eine Ausführungsvariante sind durchbrochene Euroboxen, also im Grunde Körbe. Diese sind sinnvoll bei der Verwendung als Gemüsekisten oder Brotkörbe, da das Füllgut nicht in der Nässe liegt und nicht schwitzt.
Manche Versionen von Euroboxen haben eine offene Stirnseite oder Langseite und ermöglichen dadurch im gestapelten Zustand bequem Zugriff. Diese Ausführung ist immer dann gefragt, wenn sie als Regalkästen verwendet werden sollen, zum Beispiel im Kommissionierlager.
Sollen die Euroboxen als Mehrwegbehälter verwendet werden, möchte man beim Rücklauf den Frachtraum optimieren und greift deshalb gerne zu Faltboxen und Klappboxen. Im zusammengelegten Zustand lässt sich der Platzbedarf auf bis zu 20% des ursprünglichen Volumens reduzieren.
Euroboxen bzw. Euronormboxen wie auch die genannten Ausführungsvarianten finden Sie im Sortiment von CLICKBOX.